Die Entstehung des alten Proberaums
Die ersten Übungsstunden, die Vermittlung von Grundkenntnissen, Notenlehrgänge und die Einführung in die große Welt der Blasmusik, fanden in privaten Wohnräumen und im Gasthof Schweinsberg statt.
Unser Mann für alle Fälle war der Dirigent, Josef Hüttmann. Dank seiner gewissen musikalischen Vorbildung, dem Besuch des Konservatoriums in Hagen und dem Spielen von Geige und Zither, übernahm er diese schwere Hypothek. Er wurde beraten vom Vasbacher Musiker, Herrn König, sowie von dem damaligen Dirigenten des Musikverein Gerlingen, Herrn Paul Wurm.
Für die Anschaffung der Instrumente musste laut Vereinsbeschluss, jedes Mitglied 150 DM zahlen. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von ca. 1,50 – 2,50 DM war das zu damaliger Zeit ein Vermögen. Wir ließen uns jedoch Dank der großen Begeisterung für die Musik davon nicht abschrecken. Die ersten Instrumente und Zubehör wurden „auf Gut und Glauben“, also auf Kredit bei der Firma Dörre in Bergneustadt gekauft. Wir machten es wie unser Staat, nämlich einfach Schulden. Man höre und staune, wir waren schon bei einem vorläufigen Kassenbestand von 8,20 DM(!!!) kreditwürdig. Auf Weißen Sonntag im Jahre 1956 wurden die notwendigen Instrumente endlich geliefert. Nun galt es, durch Fleiß und regelmäßigem Üben, den Instrumenten die richtigen Töne zu entlocken.
Im Jahre 1961 stellte Josef Hüttmann dem Musikverein in seinem Hause einen Proberaum zur Verfügung. Die weiteren Proben wurden dann regelmäßig und intensiv auf unserer „rustikalen Bude“ unter seiner Leitung durchgeführt. Zur Zeit des Eisenbahnbaus haben in diesem Raum die Arbeiter campiert, weshalb er auch den Namen „Monarchenbude“ bekam. Später wurde er als Drescherei und Mühle genutzt. Nach mehrmaligem Ausbau und Erweiterungen ist unsere „Bude“ mit eigenen Mitteln und Kräften zur „guten Stube“ des Musikverein Albaum geworden. Das viele Proben und Blasen macht bekanntlich durstig. Um den Flüssigkeitsverlust im Körper auszugleichen, servierte Hüttmanns´ Toni in den Pausen der Übungsstunden mit der „Füllepanne“ kristallklares Wasser aus einem Eimer. Dieses Wasser aus Hüttmanns´ Jupp seiner Waschküche hatte definitiv keine schädlichen Nebenwirkungen. Später jedoch, wurde dann schon einmal eine Kiste Bier „zusammen geworfen“. Frei nach dem Motto: “50 Pfennig stehen !!!“.
Der Musikverein war damals nicht nur ein musikalisch motivierter Verein, sondern nebenbei auch der beste Gast im Hause Hüttmann. Hüttmanns´ Hühner legten vereinseigene Eier für den kleinen Hunger zwischendurch, die Gurken aus Jupps´ großem Eimer schmeckten vorzüglich, und in Jupps´ Küche und später dann in seinem Wohnzimmer waren seine „Musikkameraden“ oft eingeladen. Durch Ehrgeiz, Leistungswillen, Kameradschaft, und vor allem durch die Liebe zur Musik, erlebte der Musikverein einen stetigen musikalischen Aufschwung. Diese Aufbauleistung war der große Verdienst unseres Dirigenten Josef Hüttmann.
